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USB über Ethernet: So funktioniert USB im Netzwerk

Der Drucker steht im Nebenraum, der Scanner soll von mehreren Arbeitsplätzen erreichbar sein oder ein USB-Gerät befindet sich weit entfernt vom Computer. Ein gewöhnliches USB-Kabel reicht dafür häufig nicht aus. USB über Ethernet kann solche Entfernungen überbrücken und vorhandene Netzwerkleitungen nutzbar machen.

Allerdings werden unter dieser Bezeichnung unterschiedliche Verfahren angeboten. Manche Lösungen verlängern USB lediglich über ein Netzwerkkabel. Andere übertragen die USB-Kommunikation tatsächlich durch ein bestehendes Netzwerk. Obwohl beide Varianten ähnlich aussehen können, unterscheiden sie sich bei Anschluss, Einrichtung und Einsatzmöglichkeiten erheblich.

Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und zeigt, worauf es bei Reichweite, Geschwindigkeit, Geräteunterstützung und Einrichtung ankommt.

Was bedeutet USB über Ethernet?

USB über Ethernet bezeichnet meist die Übertragung von USB-Kommunikation über ein Ethernet-Netzwerk. Ein USB-Gerät wird dabei an einen Geräteserver angeschlossen und von einem entfernten Computer über das Netzwerk genutzt. Solche Lösungen heißen auch USB over IP, USB over Network oder USB-Geräteserver. Digi beschreibt dieses Prinzip beispielsweise für die Anbindung von USB-Geräten an entfernte Computer und virtuelle Maschinen.

Daneben wird der Begriff für USB-Verlängerungen verwendet, die ein Cat-Kabel als Übertragungsstrecke nutzen. Hier besteht häufig eine direkte Verbindung zwischen zwei zusammengehörenden Geräten. Das Kabel ähnelt einer normalen Netzwerkverbindung, transportiert aber nicht zwangsläufig Ethernet-Daten.

Deshalb solltest du zuerst klären, was du erreichen möchtest: Soll ein USB-Anschluss über eine längere Strecke verlängert werden? Oder soll ein USB-Gerät innerhalb deines bestehenden LANs erreichbar sein?

USB über Netzwerkkabel und USB über LAN unterscheiden

Grafik vergleicht eine direkte USB-Verlängerung über Cat-Kabel mit einem USB-Geräteserver im Ethernet-Netzwerk.

USB-Verlängerung über ein direktes Cat-Kabel

Eine typische USB-Verlängerung besteht aus einer Einheit am Computer und einer Gegenstelle beim USB-Gerät. Dazwischen liegt ein geeignetes Cat-Kabel.

Die beiden Einheiten bereiten die USB-Signale für diese Strecke auf. Das Netzwerkkabel dient dabei als Übertragungsmedium. Bei einem reinen Punkt-zu-Punkt-System muss es jedoch direkt zwischen den vorgesehenen Anschlüssen verlaufen.

Ein dokumentiertes Beispiel ist der Icron Raven: Diese Lösung verlängert USB über eine direkte Cat-Verbindung. IHSE nennt dafür bis zu 100 Meter über Cat 6a beziehungsweise Cat 7. Daraus ergibt sich jedoch keine allgemeine Reichweitenzusage für beliebige USB-Extender.

Ein RJ45-Anschluss allein bestätigt keine Kompatibilität mit Netzwerk-Switches.

USB-Geräteserver im bestehenden Netzwerk

Ein USB-Geräteserver wird mit deinem LAN verbunden. Das USB-Gerät steckt anschließend am Geräteserver statt unmittelbar am Computer.

Bei vielen solchen Systemen installiert man auf dem Computer eine passende Clientsoftware. Sie stellt die Verbindung her und lässt das entfernte Gerät für das Betriebssystem wie ein lokal angeschlossenes USB-Gerät erscheinen.

Ein Beispiel dafür ist SX Virtual Link von Silex. Die Software verbindet den Computer mit USB-Geräten, die an kompatiblen Geräteservern angeschlossen sind. Der Zugriff erfolgt dabei über das Netzwerk.

Auch Extender können ausdrücklich LAN unterstützen

Die Aufteilung lautet trotzdem nicht pauschal „Extender nur direkt, Geräteserver immer mit Software“. Es gibt auch Hardware-Systeme aus Sender und Empfänger, die ausdrücklich über geeignete Ethernet-Switches arbeiten.

Extron dokumentiert beispielsweise USB-Extender für direkte Cat-Verbindungen und für den Betrieb über ein Gigabit-Ethernet-Netzwerk. Entscheidend bleibt deshalb das Handbuch des konkreten Systems. Prüfe insbesondere, ob Switches, mehrere Netzwerkabschnitte oder geroutete Verbindungen unterstützt werden.

Ist ein USB-Ethernet-Adapter dasselbe?

Gegenüberstellung: Ein USB-Ethernet-Adapter verbindet einen Computer mit dem LAN, ein USB-Geräteserver stellt einen USB-Drucker im Netzwerk bereit.

Nein. Ein gewöhnlicher USB-Ethernet-Adapter ergänzt einen Computer um einen Netzwerkanschluss. Du steckst ihn beispielsweise an ein Notebook und verbindest anschließend ein LAN-Kabel damit.

Ein USB-Geräteserver erfüllt eine andere Aufgabe: Er stellt angeschlossene USB-Geräte über das Netzwerk bereit. Ein USB-Drucker wird deshalb nicht allein dadurch zum Netzwerkdrucker, dass du einen üblichen USB-LAN-Adapter anschließt.

Auch ein einfacher Steckeradapter zwischen USB und RJ45 erzeugt kein USB-over-IP-System. Die passende Elektronik beziehungsweise Software muss die Kommunikation tatsächlich übertragen können.

Die Begriffe lassen sich so einordnen:

BezeichnungAufgabeWorauf du achten solltest
USB-Ethernet-AdapterComputer mit einem LAN verbindenUnterstützung durch Computer und Betriebssystem
USB-Extender über Cat-KabelUSB räumlich verlängernDirekte Verbindung oder ausdrücklich unterstützter LAN-Betrieb
USB-GeräteserverUSB-Geräte über ein Netzwerk bereitstellenClientsoftware, Treiber und Gerätekompatibilität
USB-PrintserverGeeigneten USB-Drucker im Netzwerk nutzbar machenDruckerunterstützung und verfügbare Funktionen

Wie funktioniert USB over IP technisch?

Bei USB over IP werden USB-Anfragen und Antworten über eine Netzwerkverbindung transportiert. Auf einer Seite befindet sich das physisch angeschlossene USB-Gerät. Auf der anderen Seite arbeitet der Computer, dessen Anwendung darauf zugreifen möchte.

Computer mit Clientsoftware greift über einen Netzwerk-Switch und einen USB-Geräteserver auf einen USB-Drucker zu.

Die Linux-Kernel-Dokumentation beschreibt dieses Prinzip als Server-Client-Architektur: Der Server stellt ein USB-Gerät bereit, der Client bindet es ein. Der eigentliche Gerätetreiber läuft dabei auf dem Client.

Für den Nutzer kann das ähnlich aussehen wie ein direkt angeschlossener Scanner oder Drucker. Im Hintergrund hängt die Verbindung jedoch zusätzlich von Netzwerk, Geräteserver und gegebenenfalls Clientsoftware ab.

Daraus folgt eine wichtige Einschränkung: Eine funktionierende Netzwerkverbindung beweist noch nicht, dass jedes angeschlossene USB-Gerät vollständig unterstützt wird.

Für welche Geräte eignet sich USB über Ethernet?

Drucker und Etikettendrucker

Ein vorhandener USB-Drucker ist ein naheliegender Anwendungsfall. Er kann an seinem bisherigen Standort bleiben, während ein Arbeitsplatz über das Netzwerk darauf zugreift.

Für reine Druckaufträge kann bereits ein kompatibler Printserver ausreichen. Bei einem Multifunktionsgerät musst du dagegen zusätzlich prüfen, ob auch Scannen, Statusabfragen und weitere Funktionen unterstützt werden. Eine funktionierende Druckausgabe bestätigt nicht automatisch sämtliche Gerätefunktionen.

Wenn du ohnehin einen neuen Barcode Drucker suchst, lohnt sich der Vergleich zwischen USB- und LAN-Ausstattung. Ein eingebauter Netzwerkanschluss kann einen zusätzlichen Geräteserver überflüssig machen.

Scanner und Dokumentenerfassung

Bei einem Scanner kann USB über Ethernet helfen, wenn das Gerät nicht direkt neben dem Computer stehen soll. Außerdem lässt sich ein gemeinsamer Arbeitsplatz zum Digitalisieren einrichten.

Prüfe dabei den tatsächlichen Ablauf: Muss ein Nutzer das Gerät zunächst in einer Software verbinden? Kann ein anderer Arbeitsplatz anschließend übernehmen? Und funktionieren Einzug, Duplexmodus sowie die gewünschte Scananwendung?

Gerade bei einem Großformatscanner solltest du vorab einen vollständigen Scanvorgang mit deiner üblichen Auflösung prüfen. Ein erkannter Gerätename allein ist noch kein ausreichender Funktionstest.

Lizenzdongles und Spezialgeräte

USB-Geräteserver werden außerdem eingesetzt, um Lizenzdongles oder andere Spezialgeräte räumlich von einem Computer zu trennen. Das kann beispielsweise bei einem Server in einem abgeschlossenen Technikraum sinnvoll sein.

Digi nennt ausdrücklich die Anbindung von USB-Sicherheitsgeräten und Dongles an entfernte oder virtualisierte Systeme. Ob deine konkrete Anwendung funktioniert, hängt dennoch von Gerät, Treiber, Softwarefreigabe und Lizenzbedingungen ab.

Für einen wichtigen Arbeitsablauf solltest du daher nicht nur die Erkennung prüfen. Starte auch die zugehörige Anwendung und kontrolliere, ob sie nach einem Neustart weiterhin zuverlässig auf das Gerät zugreifen kann.

Webcams und Audiogeräte

Kameras, Mikrofone und Lautsprecher können anspruchsvoller sein als Geräte, die nur gelegentlich Daten übertragen. Kontinuierliche Audio- und Videoströme verwenden häufig isochrone USB-Übertragungen.

Digi weist auf diese Übertragungsart bei Kameras und Audiogeräten hin. Sie muss von der gewählten Lösung unterstützt werden. Eine allgemeine Angabe wie „USB 2.0 kompatibel“ beantwortet diese Frage nicht ausreichend.

Teste bei einer Kamera deshalb die gewünschte Auflösung und Bildrate. Bei Audio zählen zusätzlich Unterbrechungen und Verzögerungen im tatsächlichen Einsatz.

Wie schnell ist USB über Ethernet?

Die langsamste Stelle begrenzt die Verbindung

Die Geschwindigkeit ergibt sich aus der gesamten Verbindung. Dazu gehören USB-Gerät, USB-Anschluss, Geräteserver, Netzwerk und Computer.

USB 2.0 High-Speed ist mit bis zu 480 Mbit/s spezifiziert. USB 3.0 beziehungsweise USB 5Gbps arbeitet mit einer deutlich höheren nominellen Datenrate. Diese Angaben beschreiben jedoch keine garantierte Übertragungsleistung einer konkreten Anwendung.

Ein USB-Geräteserver mit einem Gigabit-LAN-Anschluss kann deshalb nicht die vollständige nominelle Datenrate eines USB-5-Gbit/s-Anschlusses durch dieses LAN übertragen. Zusätzlich benötigen die beteiligten Protokolle einen Teil der verfügbaren Kapazität.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Ein Gigabit pro Sekunde entspricht rechnerisch 125 Megabyte pro Sekunde. Diese Umrechnung berücksichtigt noch keine Protokollverluste oder sonstigen Begrenzungen.

Eine Datei mit einem Gigabyte benötigt selbst bei durchgehend 125 Megabyte pro Sekunde ungefähr acht Sekunden. In einer echten USB-over-IP-Verbindung kann die Übertragung deutlich länger dauern.

Bei wenigen Druckaufträgen fällt das möglicherweise kaum auf. Beim regelmäßigen Übertragen großer Datenmengen kann derselbe Unterschied dagegen den gesamten Arbeitsablauf beeinflussen.

Mehr Bandbreite löst nicht jedes Problem

Neben der Datenmenge spielt die Verzögerung zwischen Anfrage und Antwort eine Rolle. Eine Verbindung kann genügend Bandbreite besitzen und für ein bestimmtes Gerät trotzdem ungeeignet sein.

Deshalb sollte ein Funktionstest die eigentliche Anwendung abbilden. Eine kurz erkannte Webcam oder ein erfolgreich geöffnetes Laufwerk sagt wenig darüber aus, ob eine längere Übertragung stabil bleibt.

Welche Reichweite ist möglich?

Bei einem direkten USB-Extender gibt der Hersteller die unterstützte Strecke und Kabelqualität vor. Manche Systeme überbrücken 50 oder 100 Meter, andere verwenden Glasfaser. Eine universelle Höchstlänge für alle Produkte gibt es nicht.

Bei USB over IP wird das Gerät über eine Netzwerkstruktur erreichbar. Dafür sind jedoch deren Aufbau und die vom System unterstützten Verbindungen entscheidend. Ein LAN-fähiger Hardware-Extender muss beispielsweise nicht automatisch über einen Router zwischen zwei Standorten funktionieren.

Unterscheide deshalb drei Angaben:

  • Kabellänge: Wie lang darf eine einzelne Verbindung sein?
  • Netzwerkaufbau: Sind Switches und mehrere Abschnitte erlaubt?
  • Routing: Darf die Verbindung unterschiedliche IP-Netze durchqueren?

Eine Angabe wie „bis 100 Meter“ beantwortet diese drei Fragen nicht gleichzeitig.

Lassen sich vorhandene Netzwerkdosen verwenden?

Vorhandene Netzwerkdosen können die Installation erleichtern. Entscheidend ist aber, wohin die Leitung hinter der Dose führt.

Bei einem reinen Punkt-zu-Punkt-Extender kann eine passende, durchgehende Verbindung über Dose und Patchpanel infrage kommen, sofern der Hersteller diese Verkabelung zulässt. Ein zwischengeschalteter Ethernet-Switch ist dadurch jedoch noch nicht erlaubt.

Bei einem LAN-fähigen System wird die Netzwerkdose dagegen regulär mit der geeigneten Netzwerkinfrastruktur verbunden.

Für die Planung hilft eine einfache Bestandsaufnahme: Welche Dose gehört zu welchem Anschluss am Patchpanel? Wo befinden sich Switches? Und welche Verbindung soll ausschließlich für die USB-Verlängerung dienen? Beschrifte die verwendeten Anschlüsse, damit später niemand versehentlich umsteckt.

USB über Ethernet einrichten

1. Das USB-Gerät direkt testen

Verbinde das Gerät zunächst unmittelbar mit dem vorgesehenen Computer. Installiere den passenden Treiber und prüfe alle benötigten Funktionen.

Notiere außerdem die genaue Modellbezeichnung und dein Betriebssystem. Diese Angaben brauchst du, um die Unterstützung durch den Geräteserver zu beurteilen.

2. Die passende Übertragungsart festlegen

Für eine feste Verbindung zwischen einem Computer und einem entfernten Gerät kann ein Extender passen. Soll das Gerät über das vorhandene LAN erreichbar sein, benötigst du eine ausdrücklich dafür geeignete Lösung.

Beachte dabei auch die Softwarevorgaben. Nicht jeder Arbeitsplatz erlaubt die Installation zusätzlicher Treiber oder Programme.

3. Geräteserver anschließen und konfigurieren

Verbinde den Geräteserver nach Herstelleranleitung mit Netzwerk und Stromversorgung. Anschließend schließt du das USB-Gerät an.

Richte die Netzwerkadresse und gegebenenfalls Zugangsdaten ein. Bei einem dauerhaft verwendeten Gerät kann eine DHCP-Reservierung helfen, die Adresse nachvollziehbar zu halten.

4. Clientsoftware und Gerätetreiber einrichten

Installiere die für dein Betriebssystem vorgesehene Software. Suche darin den Geräteserver und stelle die Verbindung zum USB-Gerät her.

Silex stellt für seine Geräteserver entsprechende Einrichtungsanleitungen bereit. Die genauen Schritte und Programme unterscheiden sich jedoch zwischen Herstellern und Modellen.

5. Den vollständigen Arbeitsablauf prüfen

Teste anschließend nicht nur eine einzelne Funktion. Drucke beispielsweise mehrere typische Dokumente oder scanne einen vollständigen Stapel.

Prüfe außerdem einen Neustart und einen Wechsel zwischen Arbeitsplätzen, falls das vorgesehen ist. Halte fest, wie eine belegte Verbindung freigegeben wird und wer bei Störungen zuständig ist.

Können mehrere Computer gleichzeitig zugreifen?

Ein über das Netzwerk erreichbares USB-Gerät ist nicht automatisch gleichzeitig von mehreren Computern nutzbar.

Bei SX Virtual Link beschreibt Silex beispielsweise eine Verbindung zu jeweils einem Nutzer. Ein anderer Arbeitsplatz übernimmt, nachdem das Gerät freigegeben wurde. Für Drucker gibt es zusätzlich eine automatische Verbindungsverwaltung, die den Wechsel zwischen Druckaufträgen erleichtert.

Das hat praktische Folgen: Ein Scanner kann verfügbar sein, aber noch von einem anderen Computer belegt werden. Bei einem gemeinsam genutzten Gerät sollte deshalb klar sein, wie man die Verbindung trennt.

Für gemeinsame Dateien ist häufig eine Dateifreigabe oder ein NAS der passendere Ansatz. Hier greifen Nutzer auf freigegebene Dateien zu, statt ein komplettes USB-Laufwerk zwischen Computern umzuschalten.

Stromversorgung, USB-C und Bildübertragung beachten

USB-Geräte benötigen weiterhin Strom

Die Datenverbindung beantwortet nicht automatisch die Frage nach der Stromversorgung. Prüfe deshalb, welche Leistung die entfernten USB-Anschlüsse bereitstellen und ob ein eigenes Netzteil erforderlich ist.

Auch Power over Ethernet darfst du nicht voraussetzen. Sowohl Geräteserver als auch Netzwerkversorgung müssen das vorgesehene Verfahren unterstützen. Ein vorhandener RJ45-Anschluss reicht dafür nicht aus.

USB-C beschreibt zunächst den Anschluss

Ein USB-C-Stecker bestätigt weder eine bestimmte Datenrate noch die Unterstützung von Bildschirmübertragung oder leistungsstarkem Laden. Die USB-IF weist ausdrücklich darauf hin, dass die Fähigkeiten von USB-C-Produkten unterschiedlich ausfallen können.

Prüfe bei einer Verlängerung daher die tatsächlich benötigten Funktionen einzeln. Die erfolgreiche Übertragung von Mausdaten bedeutet beispielsweise nicht, dass dieselbe Lösung auch ein USB-C-Dock vollständig ersetzt.

Touchbedienung und Bildsignal getrennt betrachten

Bei einem extern angeschlossenen Touchdisplay können Bildübertragung und Touchbedienung über verschiedene Anschlüsse laufen. Eine USB-Verlängerung betrifft dann möglicherweise nur die Bedienung.

Wenn du ein digitales Flipchart mit einem entfernten Computer verwenden möchtest, kontrolliere deshalb beide Verbindungen. Das passende Bildsignal muss zusätzlich zur USB-Verbindung am Display ankommen.

Ist USB über Ethernet sicher?

Bei USB over IP sollte der Zugriff auf die vorgesehenen Computer beschränkt bleiben. Prüfe dafür die verfügbaren Zugangsdaten, Berechtigungen und Verschlüsselungsfunktionen.

Solche Funktionen unterscheiden sich zwischen Produkten. Digi dokumentiert beispielsweise TLS-verschlüsselte Verbindungen für AnywhereUSB Plus. Daraus lässt sich jedoch keine entsprechende Ausstattung beliebiger USB-Geräteserver ableiten.

Für einen übersichtlichen Betrieb sind außerdem aktuelle Firmware, gepflegte Clientsoftware und dokumentierte Zugriffsrechte sinnvoll. Veröffentliche einen USB-Geräteserver nicht ungeprüft über eine Portfreigabe im Internet.

In größeren Netzwerken kann eine Trennung über VLANs helfen, Gerätebereiche gezielt zu organisieren. Die Grundlagen erklärt unser Beitrag Was ist ein VLAN?. Die benötigten Verbindungen müssen anschließend ausdrücklich erlaubt werden.

Typische Probleme und sinnvolle Prüfungen

ProblemErste Prüfung
Geräteserver wird nicht gefundenStromversorgung, Netzwerkverbindung und zugewiesene IP-Adresse kontrollieren
Server ist erreichbar, USB-Gerät fehltGerät direkt am Computer testen und USB-Anschluss prüfen
Gerät wird angezeigt, funktioniert aber nichtGerätetreiber, Betriebssystem und Kompatibilitätsangaben abgleichen
Gerät ist dauerhaft belegtVerbindung an anderen Arbeitsplätzen kontrollieren
Übertragung bricht abZunächst mit einer einfachen kabelgebundenen Verbindung testen
Webcam oder Audio stocktUnterstützung für die Übertragungsart sowie gewünschte Auflösung prüfen
Verbindung scheitert zwischen NetzbereichenRouting, Firewall und Herstellervorgaben kontrollieren

Ändere bei der Fehlersuche möglichst nur eine Sache auf einmal. Beginne mit dem direkt angeschlossenen USB-Gerät und ergänze anschließend die Übertragungsstrecke.

So lässt sich besser erkennen, ob das Problem vom Gerät, der Software oder dem Netzwerk ausgeht. Notiere auch, ob der Fehler ständig oder nur bei einem bestimmten Arbeitsschritt auftritt.

Wann ist eine andere Lösung sinnvoller?

USB über Ethernet ist besonders interessant, wenn du ein vorhandenes USB-Gerät weiterverwenden und räumlich anders platzieren möchtest. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf Alternativen.

Ein Drucker mit eingebautem LAN-Anschluss benötigt möglicherweise keinen zusätzlichen Geräteserver. Ein Scanner mit geeigneten Netzwerkfunktionen kann direkt in den vorgesehenen Arbeitsablauf eingebunden werden. Für gemeinsam genutzte Dateien bietet eine Dateifreigabe einen anderen und häufig passenderen Zugriff.

Auch der laufende Aufwand zählt: Wer pflegt die Software? Was passiert nach einem Betriebssystemwechsel? Und lässt sich eine ausgefallene Komponente ersetzen?

Die passende Lösung sollte daher nicht nur die Entfernung überbrücken, sondern im Alltag einfach nutzbar bleiben.

Häufige Fragen zu USB über Ethernet

Funktioniert USB über Ethernet ohne zusätzliche Software?

Ja, bei passenden Hardware-Extendern ist das möglich. Viele USB-Geräteserver benötigen dagegen eine Clientsoftware. Der normale Treiber des angeschlossenen USB-Geräts kann zusätzlich erforderlich bleiben.

Kann ich einen beliebigen USB-Extender am Switch anschließen?

Nein. Das ist nur zulässig, wenn der Hersteller den Betrieb über Ethernet-Switches ausdrücklich vorsieht. Eine RJ45-Buchse oder die Verwendung eines Cat-Kabels bestätigt diese Fähigkeit nicht.

Funktioniert USB über Ethernet auch über WLAN?

Ein USB-over-IP-System kann grundsätzlich auch Netzwerkabschnitte mit WLAN einbeziehen, sofern die Lösung diesen Aufbau unterstützt. Für eine gut überprüfbare Ausgangskonfiguration ist eine kabelgebundene Verbindung sinnvoll.

Kann ich USB über Ethernet mit Windows, macOS und Linux verwenden?

Das hängt vom System ab. Prüfe die Unterstützung deiner konkreten Betriebssystemversion und gegebenenfalls der benötigten Clientsoftware. Ein USB-Anschluss allein gewährleistet keine plattformübergreifende Kompatibilität.

Macht ein Gigabit-Netzwerk USB-Geräte schneller?

Ein langsames USB-Gerät wird dadurch nicht schneller. Bei der Übertragung über das Netzwerk kommen vielmehr zusätzliche Verarbeitungsschritte hinzu. Entscheidend ist die tatsächlich erreichbare Leistung der gesamten Verbindung.

Ist USB over IP dasselbe wie eine Druckerfreigabe?

Nein. Bei USB over IP wird die USB-Verbindung für einen entfernten Computer bereitgestellt. Eine Druckerfreigabe stellt dagegen eine Druckfunktion im Netzwerk zur Verfügung und muss nicht den vollständigen USB-Zugriff übertragen.

Fazit: Erst den Verbindungsweg klären

USB über Ethernet kann helfen, vorhandene Geräte über größere Entfernungen oder innerhalb eines Netzwerks zu nutzen. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einer direkten USB-Verlängerung über Cat-Kabel und einer ausdrücklich netzwerkfähigen Lösung.

Prüfe anschließend Geräteunterstützung, Betriebssystem, benötigte Geschwindigkeit und den Wechsel zwischen Nutzern. Ein vollständiger Probelauf mit deiner eigenen Anwendung zeigt am besten, ob die Verbindung zu deinem Arbeitsablauf passt.